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Geschichte
Seesen liegt am Nordwestrand des Harzes. Der Harz
ist ein Mittelgebirge für die, die das nicht wissen sei das nur mal so
am Rande erwähnt. Mittelalterliche Handelsstraßen kreuzten sich hier.
In Seesen machte man im Schutze einer Burg halt und schlug Waren um.
Aber auch die Seesener gingen auf Reise als Fuhr- und Kaufleute. Seesen
wurde Urkundlich zum erstenmal 974 erwähnt. Doch schon lange zuvor
befand sich um die alte Archidiakonatskirche St. Viti eine altsaechische
Siedlung. Der Name "SEESEN" entwickelte sich aus "SEHUSA",
was so viel wie "Seehausen" oder "Haus am See"
bedeutet. So erklärt es sich auch, dass Seesen neben dem Löwen der
Herzöge von Braunschweig das Seeblatt im Wappen hat. Der See, der der
Siedlung den Namen gegeben hat, ist seit langen verschwunden. Er
erstreckte sich dort, wo jetzt zwischen der Langen Strasse und dem
Gaensepfortenviertel die ausgedehnten Grünanlagen der Innenstadt sind.
Im späten Mittelalter hat Seesen seine Bedeutung, die es im 10. und 11.
Jahrhundert hatte, trotz guter Verkehrslage nicht bewahren können.
Offenbar wirkte sich das Fehlen eines größeren Hinterlandes nachteilig
aus. Erst 1428, nachdem es im Laufe einer Wuestungsperiode die
Einwohnerschaft mehrerer jetzt verschwundener Nachbardörfer aufgenommen
hatte, wurde ihr von Herzog Otto dem Einäugigen die Stadtrechte
verliehen. Nach dem Großbrand im Jahre 1673, bei dem fast die gesamte
Stadt nieder brannte, wurde die Oberstadt auf herzoglichen Befehl mit
breiten, sich rechtwinklig schneidenden Straßen, die auch dem Stadtbild
der Gegenwart das Gepraege geben, neu aufgebaut. Die breiten Straßen,
die heute den Verkehrsfluss sehr erleichtern, waren als Brandgassen
gedacht, die ein Überspringen des Feuers von einem Häuserblock zum
anderen verhindern sollten. Wesentlich jünger als die Stadt ist das
Schloß, das jetzige Amtsgericht.
Es
wurde im 16. Jahrhundert als Sitz für den herzoglichen Amtmann
errichtet. Nordöstlich von ihm befinden sich das Brau- und
Hochtzeitshaus der Seesener Brauergilde, ebenfalls aus dem 16.
Jahrhundert ( heute Ratskeller
), die barocke St.-Andreas-Kirche
aus dem späten 17. Jahrhundert und das herzogliche Jagdschloß,
in dem sich heute das Heimatmuseum befindet. In der Mitte des 19.
Jahrhundert gewann Seesen wieder an Bedeutung. Der Bau der
Eisenbahnlinien Boersum-Kreiensen ( 1856 ) und Seesen-Herzberg ( 1871 )
belebte die wirtschaftlichen Verhältnisse der Stadt kräftig. Mehrere
Blechwaren- und Konservenfabriken, eine Teigwarenfabrik und eine
Eisengießerei brachten Industrie in das frühere Landstädtchen,
wodurch auch Handwerk und Handel aufblühten und Seesen zur weitaus größten
Stadt des Landkreises Gandersheim anwuchs. Heute ist Seesen mit beinahe
25.000 Einwohnern der zentrale Ort für ein weites Umland. Täglich
kommen mehrere tausend Menschen in die Stadt, um hier zu arbeiten, die
Schulen zu besuchen oder ein zukaufen. Seesen ist zugleich aber auch ein
Fremdenverkehrsort, den Jahr für Jahr Menschen besuchen, um sich hier
auf Wanderungen durch die Bergwälder des Harzes zu erholen.
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